Die meisten Japanischen Legewachteln erblicken in der Brutmaschine das Licht der Welt, da eine Naturbrut sehr selten stattfindet. Die Küken der Wachteln haben zuerst nur ein feines Flaumgefieder und sind sehr empfindlich. Deswegen kommen sie erst nach einem Antrocknen in die geschützte Aufzuchtbox. Hier gibt es einiges zu beachten.

Vorbereitungen ab dem Schlupftag

Die Küken schlüpfen nach 17 Tagen und wiegen weniger als 10 Gramm. Die Brutmaschine wird erst einen Tag später geöffnet, wenn selbst die letzten Küken bereits angetrocknet sind. Weil die Wachtelküken noch Reserven in ihrem Dottersack haben, überstehen sie diese Wartezeit spielend.  Die Küken sollen sogar erst ein bis zwei Tage nach dem Schlupf das erste Mal gefüttert werden, weil das für sie besser ist.

Wer später sehr zahme Wachteln haben möchte, soll dennoch mehrfach zum Inkubator gehen, wenn dieser transparent ist. Je früher die Küken sich an den Menschen gewöhnen, umso besser werden sie später zahm.

Wie zuvor die Brut ist auch die Aufzucht zu planen. Die Wachtelküken benötigen passendes Futter, welches bereits vorrätig sein muss. Auch brauchen sie eine Wärmequelle, die sehr gleichmäßig wärmt. Höhenverstellbare Wärmeplatten, wie sie auch für Hühnerküken verwendet werden, sind besser als Wärmelampen.

Neben der Kükenbox, es kann ein großer Karton sein, soll auch die Einrichtung bereitstehen. Für die ersten Tage kein Sand oder Granulat als Einstreu zu verwenden. Die Küken halten es für Futter und verhungern mit vollem Magen. Es sollen deswegen alte Zeitungen für den Boden und Küchenrollen zum Abdecken der Zeitungen bereit liegen. Die Küken brauchen einen festen Stand, den die Zeitungen allein nicht bieten.

Für die ersten Tage braucht es flache Schalen für Futter und Wasser. Ideal wären Plastikdeckel von Lebensmittel-Verpackungen. Diese sind flach und ein Teil soll transparent sein. Für die Zeit danach sollen die Einstreu und der Futter- und Wasserspender bereitstehen.

Bereits am Schlupftag ist die Kükenbox aufzubauen, damit die Wärmelampe läuft und es beim Umsetzen zu keinen Temperaturschwankungen kommt. Die Seiten der Kükenbox müssen wie bei einem großen Karton wenigstens 40 cm hoch sein, um Zugluft abzuhalten. Für die bessere Hygiene wäre es perfekt, wenn die Küken sich in einer flachen Kunststoffwanne befinden. Diese kann in den Karton gestellt werden. Wer zwei flache Kunststoffwannen hat, kann die Küken umsetzen und die verschmutzte Wanne in Ruhe reinigen.

Wer Wachtelküken aufzieht, hat häufig auch Alttiere und diese könnten krank sein oder Parasiten beherbergen. Der Halter könnte also zum Überträger werden und sollte deswegen zuerst die Küken, dann die Alttiere versorgen. Zudem soll er vor dem Kontakt mit den Küken die Hände waschen und nicht die Kleidung oder andere Dinge zu den Küken tragen, mit denen er vorher bei den anderen Wachteln war. Die Bereiche sind also zum Schutz der Küken so gut es geht zu trennen.

Einige Wachteln sind gegen Licht empfindlich und können durch eine Rotlicht-Infrarot-Wärmelampe erblinden. Deswegen soll die Wärmequelle nicht dieses Rotlicht und kein anderes grelles Licht ausstrahlen. Perfekt sind höhenverstellbare Wärmeplatten, wie sie für die Aufzucht von Hühnerküken typisch sind. Mit diesen Wärmeplatten sinken zugleich die Brandgefahr und der Stromverbrauch.

Die Wärmeplatte wird auf 38° Celsius gestellt und auf eine Höhe gebracht, dass die Küken noch gut darunter passen, aber nach Oben kein Platz bleibt. Ab dem vierten Tag wird die Temperatur täglich um 1° Celsius reduziert.

Wenn die Küken ständig eng zusammenrücken, ist ihnen zu kalt. Sitzen sie eher zum Rand der Wärmequelle, ist es zu warm. Mit etwas Erfahrung entwickelt sich von allein ein Blick für diese Details.

Die Futteraufnahme muss unmittelbar nach dem Schlüpfen gelernt werden

Die Lernphase ab dem ersten Tag

Wachtelküken haben einen Pick-Instinkt. Sie picken auf kleine dunkle Körner. Deswegen darf die Einstreu nicht aus Sand oder feinen Spänen bestehen.

Der Boden soll nicht nur für die Trittsicherheit mit weißer Küchenrolle abgedeckt werden. Da verschmutzte Stellen direkt entfernt werden sollen, wäre die Küchenrolle in Einzelstücke zu trennen.

Auf die Küchenrolle wird stellenweise etwas vom Kükenfutter gestreut. An einer Stelle wird ein durchsichtiger Kunststoffdeckel von Lebensmittelverpackungen gestellt. Es wird etwas Wasser eingefüllt. Die Küken picken nach dem Futter und nehmen dabei Wasser auf. Sie lernen also fressen und trinken.

Die Küken dürfen nicht in einen Wassernapf fallen. Wenn sie nicht ertrinken, sterben sie an Unterkühlung oder Zugluft. Wer viele Küken aufzieht, soll also mehrere kleine Wasserdeckel und nicht einen großen platzieren. Das Wasser ist zuerst mehrfach am Tag zu erneuern. Wegen der Hygiene ist es am einfachsten, die alten Deckel zu entsorgen.

Etwas vom Kükenfutter wird auf die Küchenrolle gestreut, etwas davon wird in flachen Deckeln angeboten. Diese sollen zum Rand der Kükenbox gestellt werden, wo es etwas kühler ist. Das fein granulierte Futter muss auf mindestens 25 % Rohprotein kommen und soll kein Kokzidiostika enthalten.

Verschmutztes Küchenpapier ist direkt zu tauschen. Einmal am Tag wird die gesamte Zeitung samt Küchenrolle und Futter erneuert. Deswegen soll auch nicht zu viel Futter gegeben werden.

 

Lernphasen von Tag 3 bis 9

Für die bessere Hygiene sind Futter- und Wassersilos optimal, die in der Mitte den Speicher und zu den Seiten die Entnahmebereiche haben. Diese sollen ohne den Speicherbehälter in die Kükenbox gestellt werden, damit die Küken sich daran gewöhnen. Erst einige Tage später sollen auch die Speicherbehälter aufgestülpt werden. Noch etwas später wäre es für die bessere Hygiene gut, die Tränke und den Futterbehälter auf eine dünne Holzplatte um ein oder zwei cm zu erhöhen. Die Küken dürfen aber nicht in die Wasserbehälter fallen können, sonst muss der Wasserspeicher direkt aufgesetzt oder eine andere Tränke verwendet werden. Tränken und Futterspender sollen täglich gereinigt und neu befüllt werden. Deswegen soll nur etwas mehr gefüttert werden, als in 24 Stunden durchgehen. Am Einfachsten ist es, alles zweimal zu haben, um die gebrauchte Garnitur ganz in Ruhe zu reinigen.

Auch die Zeitung und Küchenrolle sind täglich zu wechseln, weswegen sie nicht zu dick reingelegt werden, um den Abfall zu minimieren. Der Bodengrund darf jedoch nicht zur Kältebrücke werden.

 

Die Kükenbox muss täglich überpüft werden

Lernfortschritte zwischen Tag 10 bis 20

Die Küken sind bis zum 10. Tag schon etwas herangewachsen, bilden Federn und wiegen je nach Zuchtlinie um 60 Gramm. Sie können sich sicherer bewegen und es entsteht mehr Dreck. Wenn die Kükenbox zu klein wird, sollen sie in eine größere umziehen. Doch ab dem 10. Tag sollen sie sich an eine staubfreie Einstreu gewöhnen. Diese soll nicht zu fein sein. Handelsübliche Kleintierstreu oder Strohhäcksel eignen sich.

Ab Tag 21: Umstellung auf Jungvögel-Ernährung

Die Wachtelküken sind nun bereits voll befiedert und damit robuster. Die Wärmelampe soll dreimal am Tag für 2 Stunden abgestellt werden. Diese Abschaltzeit ist täglich um eine Stunde zu verlängern, bis nur noch während der Nacht geheizt wird. Rücken die Wachteln dicht zusammen, soll die Wärmequelle etwas langsamer runtergefahren werden. Wenn sie sich normal verhalten, kann die Wärmequelle auch in der Nacht ausgestellt bleiben.

Futterumstellung

Die Küken sollen ab dem 21. Tag nur noch 2/3 Wachtelkükenfutter erhalten. Der Rest wird mit Wachtelfutter aufgefüllt. Zudem sollen die Jungvögel sich an Frischfutter gewöhnen, welches sie später als Vitaminquelle dringend brauchen. Da die Verdauung sich anpassen muss, dürfen sie zuerst nur ganz wenig Kräuter, Gemüsereste, Gräser oder Obst erhalten. Das gesamte Frischfutter muss für Wachteln zudem ungiftig sein. Mit der Zeit wird die Ration gesteigert.

Je nach Alter wird die Haltung angepasst

Ab Tag 35: Umstellung auf ausgewachsenes Wachtelfutter 

Innerhalb von einigen Tagen wird das Wachtelkükenfutter schrittweise reduziert, um es durch Wachtelfutter zu ersetzen. Außerdem sollen die Wachteln ein Sandbad erhalten. Einige cm Füllhöhe in der Katzenklo-Wanne erfüllen den Zweck bereits.

  • Tipps für die Aufzucht der Wachtelküken

Wird dem Kükenfutter von Anfang an etwas Blaumohn beigemischt, wirkt das einem Durchfall entgegen. Es können auch ein paar Haferflocken gegeben werden, die meisten Wachtelküken fressen diese Gerne. Der Gesamt-Proteingehalt darf jedoch nicht unter 25 % sinken.

In den ersten Lebenstagen eignen sich auch kleingehackte hartgekochte Wachteleier für die Fütterung. Der Anteil ist stetig zu reduzieren und nach spätestens zwei Wochen auszuschleichen.

Die Küken sollen einen Tag-Nacht-Rhythmus haben. Am Tag soll es also hell, aber nicht grell sein. In der Nacht kann ein Nachtlicht zur besseren Orientierung beitragen, heller soll es jedoch nicht sein.

  • Hähne stressen Hennen

Hähne treten die Hennen und stressen diese. Wachtelhennen sind ohne Hähne sogar ruhiger und ausgeglichener. In großen Herden soll deswegen auf drei Hennen maximal ein Hahn kommen. In Kleingruppen wäre ein Hahn auf drei bis vier Hennen für eine gute Befruchtung gut, ansonsten wären mehr Hennen besser.

Leider verstehen die Hähne sich untereinander nicht. Sind nur wenige Hennen vorhanden oder ist der Platz knapp, streiten sie erst recht bis zum Tod. Es ist aber kaum möglich, jeden Hahn zu separieren, weswegen Wachtelhähne meist in der Küche landen.

  • Geschlechter erkennen und trennen

Vor der Geschlechtsreife müssen die Geschlechter erkannt und getrennt werden. Da sich die Hähne nicht immer zu erkennen geben, ist das nicht ganz einfach. Tendenziell sind die Hennen schwerer.

  • Gesprenkelte Legewachteln

Bei gesprenkelten Farbschlägen gibt es ab der dritten Woche ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Hennen bilden auf der Brust eine Sprenkelung, Hähne eine Fläche.

  • Sekret-Drüse

Hähne bilden über der Kloake eine rötliche Beule, mit der sie ein weißes Sekret bilden. Nach der Befruchtung verschließen sie damit die Kloake der Henne, damit der nachfolgende Hahn nicht mehr erfolgreich ist. Wer Hähne ab der 6. Woche in der Hand hält und auf den Rücken legt, kann auf diese Drüse drücken. Kommt weißes Sekret heraus, ist es ganz sicher ein Hahn.

  • Geschlechtsreife

Mit 8 Wochen gelten Hähne als geschlechtsreif und werden untereinander richtig aggressiv. Sie werden nun auch die Hennen treten. Deswegen sollen die Hähne abgesehen einiger Zuchttiere möglichst schon vorher erkannt und aussortiert werden.

Kräht die Wachtel oder tritt sie eine andere, ist es ein Hahn, die andere eine Henne.

  • Legereife

Legt die Wachtel Eier, ist es eine Henne. Die Legereife tritt bereits mit 6 bis 7 Wochen, aber spätestens mit der 8. Woche ein. Doch unter schlechten Bedingungen oder unter Stress legen einige Hennen erst später.

  • Wachteln vergesellschaften

Treffen ausgewachsene Wachteln aufeinander, kommt es zuerst immer zum Kampf. Hennen kämpfen um den Rang, Hähne mitunter bis zum Tod. Sobald ein Tier blutet, löst dieses bei den anderen Wachteln einen Pick-Impuls aus. Damit können auch Hennen während der Rangkämpfe versterben. Verletzte Wachteln sind deswegen sofort zu separieren.

Jungwachteln lassen sich jedoch problemlos im Alter von vier Wochen in eine Wachtelgruppe integrieren. Sie werden als Jungtiere wahrgenommen und geschont. Die Rangordnung bildet sich dadurch wesentlich schonender heraus.

 

 

 

Please follow and like us:

  • kuekenfutter-wachteln: Heinz Schmid
  • wachteln-tag12: Heinz Schmid
  • wachteln-tag20: Heinz Schmid
  • waermeplatte: Heinz Schmid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Infos zu Pflanzen und Tieren
Mehr zu Pflanzen und Tieren
mehr zur Selbstversorung