Japanische Legewachteln sind zur einen Seite pflegeleicht, zur anderen jedoch anspruchsvoll: Eine Henne legt bis über 300 Eier im Jahr, die rund 13 Gramm wiegen. Das jährlich produzierte Eigewicht kommt damit auf 4 Kilogramm. Die Wachtelhenne weist ein Körpergewicht von einem halben Pfund auf. Auch wenn Japanische Legewachteln in der Hobbyhaltung bis 200 Eier im Jahr legen, ist auch das noch eine enorme Leistung.

Wachtelhennen sind auf Hochleistung getrimmt und sind dementsprechend zu pflegen: Ohne Hygiene und hochwertiges Wachtelfutter geht es nicht!

Hygiene und Reinigung sind zentral

Wer bedenkt, welche Leistung eine Japanische Legewachtel vollbringt, kann sich selber zusammenrechnen, was an Wasser und Futter durchgeht und weswegen die Einstreu regelmäßiger als bei einigen anderen Kleintieren zu erneuern ist. Perfekt ist es, wenn die Wachteln einen Außenbereich wie eine Wechselweide haben. Ist eine Weide abgeweidet, geht es auf den nächsten Abschnitt und der Regen übernimmt die Reinigung.

Wäre ein kleiner Freilauf direkt überweidet, sind Steinplatten als Boden die bessere Wahl. Bereiche mit Steinboden und leichtem Gefälle lassen sich mit einem Wasserschlauch leicht reinigen. Einige nachwachsende Futterpflanzen können im Topf kultiviert und auf die Steinplatten gestellt werden. Bevor die Pflanzen überweidet sind, werden sie wieder in den Regenerationsbereich gestellt.

Tägliche Arbeitsschritte

– kurz prüfen, dass alle Wachteln gesund sind
– die typischen Legestellen prüfen und Eier entnehmen
– Wasserbehälter leeren, durchspülen und füllen
– Futterreste entfernen und die Futterspender füllen
– Frischfutterreste vom Vortag entfernen
– besonders verschmutze Stellen reinigen
– eine Frischfutterart im Wechsel anbieten

Wöchentliche Arbeitsschritte

– Entfernen der Einstreu
– bei Bedarf Grundreinigung und Desinfektion mit unbedenklichen Mitteln
– Auffüllen der staubfreien Einstreu
– gründliche Reinigung der Wasser- und Futterbehälter
– gründliche Reinigung der Futterbereiche
– Erneuerung einiger Zweige, die den Wachteln Deckung bieten

Gelegentliche Arbeiten

– Sandbad auf Verunreinigungen prüfen und bei Bedarf den Sand austauschen
– schadhafte Stellen reparieren
– einmal im Jahr junge Legewachteln dazusetzen, damit die Legeleistung nicht schwindet

Sandbad für Legewachteln

 

Das Trockenfutter für legende Wachteln

Soll die Japanische Legewachtel viele Eier legen, muss sie genug Energie aufnehmen. Das Futter für Wachteln soll deswegen knapp 20 % Rohprotein und 3,5 bis 5,5 % Kalzium für die Eischalen enthalten. Es kann ein Ergänzungsfutter für Legehennen verwendet werden, welches diesen Proteinanteil mitbringt. Im Handel gibt es auch Futter für Legewachteln. Der Energiegehalt soll für Legewachteln bei 10 bis 12 MJ ME pro Kilogramm Futter liegen.

Eine einzelne Henne vertilgt je nach Gewichtsklasse ab der 6. Lebenswoche rund 25 bis 50 Gramm Futter und verbraucht bis 100 ml Wasser pro Tag!

Empfehlung: Pelletiertes Wachtelfutter

Leider neigen Japanische Legewachteln zum Selektieren und die stärksten setzen sich durch. Bei einer Körnermischung picken sich die ranghohen Wachteln das Leckerste heraus, weswegen alle Wachteln sich nicht mehr ausgewogen ernähren. Futtermehl wird häufig nicht gut angenommen.

Perfekt wäre ein pelletiertes Futter mit kleiner Korngröße, damit Legewachteln es gut fressen können.


Pelletiertes Futter ist perfekt für die Wachteln.

 

Tipps für die tägliche Pflege Japanischer Legewachteln

Unabhängig zur Strategie entstehen laufende Futterkosten, die sich summieren. Keiner wirft gerne teure Futtermittel weg, die Hygiene bleibt jedoch sehr wichtig. Der Wachtelhalter soll also nach Möglichkeit punktgenau füttern, damit nur ganz wenig überbleibt. Er kann auch mit zwei Futterautomaten arbeiten. Ist der vom Vortag nicht ganz leer, bleibt er noch einen Tag stehen. Länger sollte das alte Wachtelfutter aber nicht im Wachtelstall bleiben.

– Der Futtervorrat muss immer trocken und sauber lagern, damit nichts verdirbt.
– Empfehlung: Futterautomaten und Tränken mit Reservetank. Das Futter oder Wasser füllen sich im unteren Bereich passend wieder auf, der Rest bleibt frisch.

Kräuter für die Gesundheit

Oreganotee hilft Wachteln bei Durchfall und hat insgesamt eine positive Wirkung. Es kann hilfreich sein, den Wachteln immer etwas Oreganotee ins Trinkwasser zu geben. Es gibt auch andere Zusätze. Hühnerhalter geben gerne ein klein wenig Apfelessig ins Trinkwasser, dieser desinfiziert und ist gesund für die Darmflora.

Das Frischfutter kann so gewählt werden, dass es die Wachteln gesund hält. Demnach wirkt Schnittlauch wie eine Wurmkur für Wachteln und lässt sich leicht anbauen.

Perfekt ist es, wenn Wachteln ganz unterschiedliche Kräuter im Wechsel erhalten.

Wer sehr zahme Wachteln haben möchte, kann den Wachtelhennen täglich bei der Kontrolle ein paar kleine Leckerchen anbieten. Gerade Eiweißquellen wie Mehlwürmer oder Kompostwürmer werden sehr gerne angenommen.

Frischfutter für die Beschäftigung

Bereits während der Kükenaufzucht sollen Japanische Legewachteln zuerst nur ganz kleine Mengen Frischfutter erhalten. Die Vögel müssen sich an ihre gesunde Vitaminquelle gewöhnen, später hält sie dieses Frischfutter gesund.

Einige Beispiele:
– etwas Apfel, Birne oder Banane, als kleines Stück oder gerieben
– geriebene Möhre, Gurke, Zucchini
– frische oder getrocknete Kräuter wie Oregano, Vogelmyrte, Löwenzahn, Schnittlauch, Petersilie
– etwas Tomate oder ein paar Weinbeeren
– Salatblätter, Brennnessel oder Melonenstücke

Kräuter und Gemüse soll es mehrfach die Woche geben, Obst oder sehr wasserhaltiges Frischfutter wie Melonen eher ein bis zweimal die Woche. Letztere dürfen im Hochsommer häufiger gefüttert werden.

Wer im Außenbereich das Unterteil einer großen Katzentoilette stellt, kann in dieses gelegentlich eine Schaufel voll Gartenerde geben. Die Wachteln scharren sehr gerne nach Kleintieren und die Erde bleibt in der Wanne.

Einstreu für die Wachtelhaltung

Für den Außenbereich kann es sinnvoll sein, wenn kein Rasen wächst, sollte dieser direkt überweidet sein. Dann wären Steinplatten oder Sandbereiche sinnvoll. Auf die Steinplatten können Kübelpflanzen gestellt und ausgetauscht werden. Auch etwas weitere Deckung wie Tunnel und kleine Vorsprünge werden schnell angenommen.

– Einstreu im Außenbereich

Unbehandelte Rindenmulch wäre für Außenbereiche eine geeignete Einstreu, die aber leider im Innern schnell verschimmelt.

Einige Halter verwenden in den offenen oder überdachten Außenbereichen Sand, den sie einmal die Woche sieben und mehrfach im Jahr erneuern.

Der gelegentliche Regen reinigt den Sand, weil dieser nicht zum Moorrast wird. Die Außenbereiche müssen dafür aber wie eine flache und wasserdurchlässige Wanne den Sand halten. Die Seiten sollen etwas höher stehen, damit der Sand in seiner Wanne bleibt.

– Einstreu im Innenbereich

Für den Innenbereich muss immer eine staubfreie und saugende Einstreu gewählt werden. Es soll durchaus Bereiche mit Sand für das Sandbad geben. Ansonsten sind eher staubfreie Holzspäne und Strohhäcksel geeignet.

Neben dem Strohhäcksel gibt es Strohpellets, welche sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen. Auch Buchenhack oder Pinienrinde eignen sich, haben aber leider ihren Preis. Eine staubfreie Kleintierstreu oder ein Geflügeleinstreu eignen sich ebenfalls.

Wachteln nehmen für die Legenester oder bevorzugten Legestellen langfaseriges Heu als Einstreu sehr gut an.

Je nach Verwendungszweck eignen sich als Einstreu:

– Sand
– staubfreie Strohhäcksel
– staubfreie Holzspäne
– Strohpellets
– Buchenhäcksel
– Pinienrinde
– staubfreies Heu
– staubfreies Kleintierstreu
– Geflügeleinstreu

Wegen der Preise für die Einstreu wäre zu prüfen, ob es diese im Baustoff-, im Landwirtschaftsbedarf oder direkt beim Bauern günstiger gibt.

Der Wachtelhalter soll bedenken, dass er die verbrauchte Einstreu entsorgen muss – nicht jeder hat genug Gartenfläche oder einen großen Komposter.

Finale Tipps für die Wachtelhaltung

Die Japanische Legewachtel wird in drei Gewichtsklassen gezüchtet und kann so gehalten werden, dass sie das ganze Jahr durchlegt. Dieses ist für die Wachtelhennen leider anstrengend, sie werden dann nicht so alt.

Die Frage lautet also, welche Anforderungen der Halter an seine Wachteln stellt: Leistung oder ein Haustier zum Liebhaben?

Haustier oder Leistung?

Wer Wachteln als Haustiere hält, sollte die leichte oder mittlere Zuchtlinie wählen und im Winter eine Legepause hinnehmen. Außerdem muss nicht kalkuliert werden, wie viele Vögel sich auf der Grundfläche noch wohlfühlen, um die Gesamtleistung zu optimieren. Die Wachteln werden bis 5 Jahre alt, dennoch sterben einige vielleicht schon nach 2 Jahren.

Geht es einem um die Leistung, wäre für Wachteleier die mittelschwere und für Fleischansatz die schwere Zuchtlinie zu wählen. Komfort und Hygiene im Wachtelstall dürfen nicht vernachlässigt werden, Leistung ist langfristig nur unter guten Bedingungen möglich. Fleischwachteln werden ohnehin nicht alt, auch die Legewachteln halten eher 3 als 5 Jahre durch. Im Alter legen sie schlechter und der Wachtelhalter würde sie deswegen vielleicht schon schlachten. Zumindest muss jedes Jahr der ausfallende Teil durch Jungwachteln aufgefüllt werden.

Leistungswachtel ohne Winterpause

Damit Wachteln im Winter durchlegen, müssen sie in der Innenhaltung eine Tageslichtlampe mit UV-Anteilen erhalten. UV-Licht wäre auch in der Hobbyhaltung gut für den Gesamtzustand und die Gesundheit der Wachteln.

Lichtimpuls

Legewachteln sollen für 14 bis 16 Stunden einem Lichtimpuls ausgesetzt sein. Den Wachteln darf das künstliche Licht nicht zu grell sein, es muss dunklere Rückzugsbereiche geben.

Temperatur als Impuls

Neben dem Licht sind Temperaturen oberhalb von 12° Celsius sehr wichtig, damit Legewachteln keine Winterpause einlegen.

Auch alle anderen Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit eine Leistungswachtel rund 300 Eier im Jahr schafft.

Leistungswachtel als Hobby

Wer in seiner Freizeit mit Wachteln Geld verdienen möchte, wird enttäuscht sein. Mit kleinen Beständen ist der Aufwand pro Wachtelhenne aufgrund der laufenden Kosten fast automatisch höher, als die Einnahmen. Die Zeit für die tägliche Pflege und die Vermarktung kämen noch dazu. Die private Wachtelhaltung eignet sich für Selbstversorger und Hobbyhalter.

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