2. Juli 2020

Selbstversorgung mit Südfrüchten

Mini-Kiwis als Vitaminspender

Der Anbau ist so einfach; das Klima ist es nicht.

Südfrüchte gezüchtet für hiesige, klimatische Verhältnisse

Die Südfrüchte gehören im Jahresablauf meistens zu den letzten Leckerbissen aus dem eigenen Garten. Möglich wurde dieser Anbau der Südfrüchte durch gezielte Züchtung vor allem bessere Resistenz gegen den Frost und einige häufig vorkommende Krankheiten.

Kiwi und Mini-Kiwi

Die Kiwis gehören seit Jahren zu den sehr häufig angebauten Südfrüchten. Beim Anbau muss immer darauf geachtet werden, ob die Sorte Selbstbefruchter ist oder nicht; ist die Sorte kein Selbstbefruchter, so braucht es eine männliche und eine weibliche Pflanze.

Die haarigen Kiwis sind etwas grösser in der Frucht, brauchen aber auch mehr Wasser als die neu im Trend liegenden Mini-Kiwis, die vom Baum weg verspeist werden können.

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Indianerbananen und Bananen

Die Indianerbananen (= Pawpaw) sind etwas weniger bekannt als die gross wachsenden Bananen. Die etwa 200 Gramm schweren Früchte gleichen Mangos; sie schmecken nach Ananas, Mangos und Bananen. Die Bäume werden bis drei Meter hoch und sind bis 30 Grad minus winterhart.

Die Bananen selbst sind nicht winterhart und müssen im Herbst jeweils mit viel Laub eingepackt werden. Sie bilden viele Wurzelausschläge und können zu einer Plage werden, weil jeweils abgeschnittene Ausschläge täglich ein bis zwei Zentimeter nachwachsen können.

Was die Schädlinge anbelangt, so sind auf den schnell wachsenden Blättern häufig Läuse anzutreffen. 

Zitrusfrüchte: Orangen und Zitronen

Zitrusfrüchte ertragen die Sonne sehr gut; ausser sie kommen gerade aus dem Winterquartier, dann ist Halbschatten angezeigt. Als Erde empfehlen Fachleute 1/3 lehmige Gartenerde, 1/3 Packungserde und den Rest mit etwas Kompost, Tongranulat und Quarzsand ergänzen.  Keine zu großen Töpfe nehmen wegen der Staunässe, denn dann verlieren die Pflanzen die Blätter; (über)grosse Töpfe sind deshalb mit Steinen zu füllen.

Wird nicht umgetopft (nur alle paar Jahre nötig), reicht es die oberste Erde zu entfernen und mit frischer, gut gedüngter Erde (Hornspäne und org. Dünger) aufzufüllen;später flüssig dazu düngen. Zitrusbäume werden wenig geschnitten; sie treiben aber immer wieder schnell aus. Schildläuse und Wollläuse gehören zu den lästigsten Zitrus-Schädlingen. Als Behandlung wird vorgeschlagen, zuerst mit Schmierseifenwasser die Blätter abzuwaschen und danach sofort mit einem Bio-Spritzmittel auf Rapsöl-basis (verstopft die Atemöffnungen der Schädlinge) einsprühen.

Fünf bis zehn Grad und sehr hell wären die idealen Überwinterungsbedingungen. Je kühler, desto weniger gießen – besser zu wenig, als zu viel. Verliert die Pflanze grüne Blätter, sind es Wurzelschäden aufgrund der Nässe.

Feigen

Bei den Feigen gibt es sehr viele Sorten. So können Feigen angepflanzt werden, die zweimal tragen, nämlich einmal im August und später im Oktober. Generell sollten Südfrüchte im ersten bis dritten Standjahr mit einem Winterschutz bedeckt werden.

Nashi

Die Nashi-Bäume (asiatische Birne ist an sonnige und geschützte Standorte zu pflanzen. Wenn ein Baum keine Früchte trägt, ist die Befruchtung zu überprüfen; ein zusätzlich Nashi- oder Birnbaum hilft bestimmt weiter.

Die Blütenstände sind auszudünnen und noch eine Bemerkung: Nashi reifen nicht nach, weshalb nur reife Früchte geerntet werden sollen.

Welche pflanzenbaulichen Aspekte beachten wir bei den Südfrüchten?

  Sonne Halb/Schatten Moorboden Dünger Mist/Kompost Schnitt Schädlinge Pilzkrankheiten Pflanzzeitpunkt  
Kiwi/Minikiwi X     X X X      
Indianerbananen/Bananen   X   X X X      
Zitrusfrüchte (Orangen und Zitronen) X     X X        
Feigen X     X X   X    
Nashi (Hosui)   X   X x        

Wofür können die Südfrüchte am besten verwendet werden?

  Dessert Dörrfrüchte Kuchen Glace Shakes Müesli Konfitüre Frischkonsum Rumtopf
Kiwi/Minikiwi X   X       x X  
Indianerbananen/Bananen X x       X x    
Zitrusfrüchten Orangen und Zitronen X       x X     x
Feigen X x       X x x x
Nashi   x           x  
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