20. September 2020

Selbstversorgung aus dem Rebbau: Flüssig immer am besten!

Die Rebe ist noch zart, aber bald wird sie Schatten und Trauben geben.

Rebbau mit Tafeltrauben

Reben gehören zu den Lianen, welche Ranken bilden und sich an allem festhalten. Dieses Wachstumsverhalten wird zum Schattenspenden ausgenutzt, indem vom Frühjahr an zahlreiche Pergolas überwachsen werden. Zahlreiche Triebe (Geiztriebe) nutzen die Sonneneinstrahlung und lassen ein dichtes Blätterdach wachsen.

Die Rebe wächst so rasant; sie kann in einem Jahr mehrere Meter lang werden. Für die Ausbildung der Traube braucht sie aber ein intaktes Blattwerk, weshalb ein resoluter Schnitt die Ernährung der Trauben mit Assimilaten schmälert. Für eine gute Traubenqualität sind 16 Blätter nötig. Ein überlegtes Ausdünnen verkleinert den Ertrag nur wenig.

Grosse Beere in weiss, blau und rose

Das Sortenangebot bei den Tafeltrauben ist in den letzten Jahren stets gewachsen. Zu unterschiedlichen Jahreszeiten ab Ende Sommer anfangs Herbst wachsen, weisse, blaue, rote und rosa, dicht- oder lockerbeerige, kernlose oder kernarme Tafeltrauben mit speziellen Vorlieben heran.

Pflege

Nicht zu schwer und nicht zu nass sollte der Boden sein. Bei der Pflanzung wie später auch im Vollertrag muss auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Dünger brauchen die Reben nur wenig.

Der früher so gefürchtete Rebschädling – die Reblaus – ist heute dank der Veredelung besiegt. Die Rebenpockenmilben, die die Blätter kräuseln lassen, sind beim Aufkommen am besten mit Netzschwefel zu bespritzen; diese Behandlung deckt allenfalls auch den Schwefelbedarf der Pflanze.

Für Vögel und vor allem für Wespen sind reife Tafeltrauben sehr attraktiv, weshalb mit feinmaschigen Traubenbeuteln gearbeitet werden soll, mit der selbst die Kirschessigfliege ausgesperrt werden kann.

Die Rebe als Heilpflanze

Es gibt keine angebaute Pflanze, der nicht auch heilende Effekte nachgesagt werden kann. Wenden wir uns einmal vom «einem Glasel Wein pro Tag ab» und beachten andere Pflanzenteile.

Den Rebblättern wird eine adstringierende Wirkung zugesagt; sie sollen sich bei Gicht, Rheuma, Erbrechen, Frostschäden, aufgesprungenen Hände und Füssen, Geschwüren, Ekzemen, eiternde Wunden, Hautunreinheiten, Blutungen und Krampfadern (rotes Weinlaub) eignen.

Die Blüten stärken die Nerven und unreife Trauben wirken bei Kopfschmerzen durch Hitze und Magenschmerzen. Reife Trauben sollen blutbildend, stärkend, aufbauend, blutreinigend sein; aber auch bei Rekonvaleszenz, Fettleibigkeit, Leberleiden, Verstopfung und Arteriosklerose hilfreich sein.

Beim biologischen Säureabbau nach dem Pressen wird unter anderem die Apfelsäure in die Milchsäure umgewandelt. Die Apfelsäure wird als weniger angenehm empfunden; die Milchsäure hingegen als positiv.

Welche pflanzenbaulichen Aspekte beachten wir bei den Reben?

  Sonne Boden Düngen nur wenig Mist/Kompost Schnitt Pflege (Geiztriebe) Schädlinge/Wespen Pilzkrankheiten Pflanzzeitpunkt
Reben für weisse Trauben X X X X X X X X W1
Reben für blaue Trauben X X X X X X X X W
Reben für rose Trauben X x X x X X X X W

1=Winter

Wofür können die Trauben am besten verwendet werden?

              Frischkonsum Saft/Sauser Kuchen Dörrobst Kompott/Fruchts. Müesli Dessert Rumtopf  
Weisse Trauben X X X X X X x x  
Blaue Trauben X X X X X X X x  
Rose Trauben X   X X X X X x  
Samenhaus Müller
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