Meerschweinchen suchen bewusst das Versteck

Diese kleinen Säuger bereiten Erwachsenen und Kinder viel Freude. Sie sind in der Haltung nicht schwierig; allerdings müssen einige Punkte befolgt werden.
Ursprünglich stammen die Meerschweinchen aus Südamerika. Sie sind an ein garstiges Klima gewohnt und können bis in Höhen von 4000 Meter vorkommen. Sie pflegen ein Sozialverhalten in einer Gruppe von bis zu 10 Stück. Schwächere Männchen werden von der Gruppe ausgeschlossen. Vom natürlichen Verhalten lernen wir, dass Meerschweinchen nicht allein und auch nicht mit einem Kaninchen gehalten werden sollen.

1.Körpersignale der Meerschweinchen bewusst selbst wahrnehmen!

Als soziale Wesen kommunizieren die Meerschweinchen gerne mit ihren Artgenossen. Es sind noch gar nicht alle Lautsignale bekannt und trotzdem kann der Mensch einige deuten. So ist ein lautes Pfeifkonzert dem Ruf nach Futter gleichzustellen. Es ist ebenfalls festzustellen, dass Meerschweinchen pfeifen, wenn sie von einem Artgenossen getrennt sind oder ähnlich dem Murmeltier auf Gefahren hinweisen wollen.

Gehen wir die wichtigsten Signale einmal durch:

  • Wenn Meerschweinchen einen Stallgenossen hinter dem Ohr lecken, bezeugen sie damit ihre Zuneigung.
  • Machen sich die Tiere klein und kuscheln zusammen, so ist das ein Hinweis auf Verkleinerung der Angriffsfläche.
  • Hören wir aber ein hohes Quietschen, so leidet das Tier an Angst oder Schmerzen. Deshalb ist beim Heben der Tiere darauf zu achten.
  • Auch das Geräusch wie das Schnurren einer Katze ist Ausdruck einer Anspannung oder gar Unzufriedenheit. Glucksen wäre zu hören bei völliger Zufriedenheit.
  • Ein Männchen, das hinter einem Weibchen herläuft und brummt, schaut sich nach einer Partnerin um.
  • Meerschweinchen, die mit den Zähnen klappern, haben nicht kalt, sondern sind genervt und möchten allein gelassen werden. Sie warnen damit die Artgenossen und verteidigen ihre Position.
  • Auch den Kopf nicht gestreichelt haben zu wollen, ist Ausdruck, keinen Körperkontakt jetzt zu wollen.
  • Fühlt es sich sehr bedrängt, so kann es einen Artgenossen oder die Hand des Tierhalters mit Harn bespritzen.
Meerschweinchen suchen bewusst das Versteck
Nicht immer lassen sich die Meerschweinchen gerne heben.

2. Bildung einer Rangordnung für ein geregeltes Zusammenleben ermöglichen!

Die kleinen Nager sind ausgesprochen fruchtbar. So können beispielsweise Weibchen bereits mit 3 Wochen geschlechtsreif sein und Männchen sind es mit 4 Wochen. Alle 14 Tage werden die Weibchen brünstig.
Zuchttiere sollten beim ersten Einsatz etwa ein halbes Jahr alt sein.

Meerschweinchen können durchaus eine Beziehung zur pflegenden Person aufbauen. Sie haben ein gutes Gehör und verfolgen damit alles, was in ihrer Umgebung läuft.
In freier Natur bewegen sich die Gruppen auf Trampelpfaden. Bei Verschiebungen laufen die Jungtiere – gut geschützt – in der Mitte der Marschgruppe. An der Spitze und am Ende des Zuges positionieren sich erfahrene Tiere. Auch beim Fressen ist alles organisiert. Eines der Tiere hält Wache und sobald sich etwas ereignet, werden die andern gewarnt.

3. Verantwortung nach dem Erwerb der Meerschweinchen bewusst wahrnehmen!

Nur wenige können direkt nach dem Erwerb eines Tieres den zeitlichen Aufwand dafür abschätzen. Schon gar nicht lässt sich die Zeit berechnen, die für eine Tiergruppe über Jahre zur Verfügung stehen muss. Gehen wir davon aus, dass Meerschweinchen 6 bis 8 Jahre alt werden.
Die finanziellen Ueberlegungen sind angebracht. Die Erstbeschaffung eines Unterschlupfs für eine artgerechte Haltung ist zwar in Betracht zu ziehen; ebenfalls die Kosten für Ernährung und Tierarzt.

4. Ernährung auf pflanzliche Basis stellen!

Als Basisfutter bildet ein pilz- und staubfreies, gut strukturiertes Heu die Grundlage. Ergänzt mit Grünfutter, möglichst viel Gemüse und auch wenig Obst. Auf Futtermittel mit vielen Getreidekomponenten, Zucker und Nüsse, aber auch tierische Erzeugnisse ist zu verzichten. Achte aber darauf , dass die Meerschweinchen eine Vitamin C Ergänzung erhalten. Sie sind auf dieses Vitamin dringend angewiesen, weil ihr Körper es nicht selbst herstellen können.

Die Tiere können durchaus mit Leckerli oder Saftfutter zutraulich gemacht werden.

Das sind die beliebtesten Rohfaserkomponenten für dein Meerschweinchen:

  • Frischfutter als Gras
  • Kräuter
  • Löwenzahn
  • Aeste und Stauden (Apfel-, Birn- und Haselnussbäume)
  • Karotten, Sellerie und Fenchel
Karotten können den Meerschweinchen das ganze Jahr gefüttert werden.

Das sind Erzeugnisse, die nicht gefüttert werden sollten:

  • keine exotische Früchte und Steinobst
  • Aepfel mit wenig Säuren
  • Erdbeeren und Melonen nur wenig
  • keine Zitrusfrüchte und Kiwis
  • keine Zwiebeln, Auberginen und Kohlarten
  • Salat und Blattgemüse sehr wenig

Meerschweinchen leben zwar mit den Kaninchen zusammen und trotzdem sind gewisse artspezifische Verhaltens- und Ernährungsmuster zu berücksichtigen. Wir zeigen dir bei einem Eintrag deiner Email-Adresse wir du deine Meerschweinchen artgerecht hältst.

5. Die Meerschweinchen-Behausung einfach einrichten!

Es wird empfohlen von einer Mindestfläche von 0.5 Quadratmeter pro untergebrachtem Tier auszugehen. Ideal ist eine Mindestlänge von 1.4 Meter. Achte darauf, dass du für jedes Tier einen Unterschlupf aus Holz mit zwei ausreichend grossen Ausgängen anbieten kannst.

Eine Wassergefäss aus Keramik, dessen Wasser täglich erneuert wird, ist im Unterschlupf Pflicht.

Eine gute Einstreu schätzen die Tiere. Als unterste Schicht ist Rindenmaterial sicher gut; aber auch Holzspäne eignen sich dafür. Darüber ist eine Lage Heu oder noch besser saugfähiges Stroh angezeigt.

Strukturen im Innern des Geheges mit Versteckmöglichkeiten, mit erhöhten Plattformen sowie Materialien, bei den sich die Krallen der Tiere abnutzen sind von Vorteil.
Wöchentlich ist der Stall zu reinigen und wieder neu einzustreuen.


6. Aktivitäten ermöglichen

Je nach Rasse und Geschlecht erreichen die Meerschweinchen eine Körperlänge von 25 bis 35 Zentimeter wiegen zwischen 800 und 1400 Gramm.
Obwohl klein brauchen die Tiere viel Platz, um sich bewegen zu können.

Agility und Tricks einüben sind lustige Beschäftigungen nicht nur für das Tier selbst.
Hin und wieder eine Fellpflege schadet dem Tier auch nie.


7. Gesundheitscheck

Wenn du täglich die wichtigsten Punkte des Verhaltens deiner Tiere überprüfst, so erkennst du frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt.

  • Fressverhalten immer überprüfen: Weil sie fast immer fressen, sind sie auch gefährdet Uebergewicht anzulegen. Deshalb immer auch Komponenten vorsetzen mit einem hohen Rohfaseranteil. Immer soviel Futter geben, damit bei der nächsten Fütterungszeit überprüft werden kann, ob die vorgegebene Menge gefressen wurde.
  • Kotstruktur ansehen und Geruch wahrnehmen: Farbliche Veränderungen im Urin sind auf jeden Fall zu beachten. Sie können auf Probleme mit Nieren oder der Blase hinweisen. Kein Urin mehr absetzen zu können ist lebensbedrohlich.
  • Nicht über Futter veränderte Kotkonsistenzen sind ernst zu nehmen. Bakterien im Darm oder Entzündungen können zu Verdauungsproblemen führen.
  • Erhöhte Atemfrequenz: Nach Auskunft von Tierärzten gehören Atemwegskrankheiten zu den häufigsten Erkrankungen. Diese sind lebensgefährlich und müssen auf jeden Fall tierärztlich begleitet werden.
  • Blutspuren entdeckt: Sie deuten auf mögliche Gebärmutter-entzündungen, Blasen- oder Nierenerkrankungen, Magen-Darmprobleme und Artgenossen-Kämpfe hin und müssen abgeklärt werden.

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