Der Frühling bringt wieder Leben in die Ställe. Die Elterntiere  –  vor allem aber die zukünftigen Mütter – sind gefordert. Von ihnen wird im März Nachwuchs gefordert. Doch nicht immer läuft alles so ab, wie das Züchterinnen und Züchter wollen. Meist hilft auch ein wenig Geduld; die Natur selbst hat ja ein Interesse, sich fortzupflanzen.

Damit alles reibungslos abläuft, sind die Einrichtungen und die Ställe auf den Zeitpunkt der Geburt auf Vordermann zu bringen. Hygiene ist ebenso wichtig, wie eine bedarfsgerechte Ernährung speziell bei den Zibben.

Desinfektion und Reinigung ernsthaft angezeigt

 

Die geringe Tieranzahl zum Start der Zuchtsaison macht die Reinigung der Stallabteile wesentlich einfacher als anfangs Sommer, wenn alle Ställe mit Jungtieren belegt sind. Bei der Anwendung von Desinfektionsmittel ist immer abzuklären, bei welchen Temperaturen diese wirken. Fachleute sprechen von einem Kältefehler, das heisst, dass bei tiefen Temperaturen das Desinfektionsmittel nicht oder ungenügend effizient ist. Ein Einsatz von Alkohol hingegen ist auch bei tiefen Temperaturen möglich.

Mit zur Palette der Reinigungsmittel zählt der Besen, der sich vielleicht ganz wohl in der Ecke fühlt, aber nicht seinen Zweck erfüllt. Einmal im Jahr „darf“ auf den Ställen der Staub hinuntergewischt werden. Dieser wird sich zwar wieder schneller ansammeln als uns allen lieb ist, aber immerhin haben wir uns voll zur Erhaltung einer Tophygiene eingesetzt. In den Staubpartikeln finden sich die verschiedensten Keime, also die Quellen zukünftiger Krankheitsbilder und diese müssen eliminiert werden.
Häufig benutzen auch Spinnen das Innendach der Kaninchenbehausungen, um ihre Baukünste zu zeigen. Auch diesen Staubfänger gehören wenigstens einmal im Jahr weggeräumt.

Wir fühlen uns alle ebenfalls am wohlsten, wenn die Umgebung wie der Innenraum des Stalles, in der wir tagtäglich arbeiten, wenigsten einmal im Jahr geräumt wird und sauber ist; eben nicht nur den Tieren zu liebe, sondern auch uns selbst.  

Wenn alles erwacht und in den Ställen die ersten Jungtiere das Licht der Welt erblicken, dann ist es höchste Zeit das Stallmanagement zu planen. Viele Züchterinnen und Züchter teilten den zukünftigen Elterntieren im Winter ein doppeltes Stallabteil zu. Dies ermöglichte den Tieren, sich mehr zu bewegen, sofern sie das wollen. Einige machen davon nicht Gebrauch und werden auch nicht überrascht sein, wenn der Zucht-Meister Mitte Jahr den Platz notgedrungen wieder einengen muss.

Heiss auf geplanten Nachwuchs

Ueber die Strategie des Deckens gibt es ebenso viele Theorien, wie es Züchterinnen und Züchter gibt. Jeder hat seine Tricks und glaubt nur damit zum Ziel zu gelangen; das ist gut so.

Wer eine Paarung geplant hat und diese Paarung dann unmittelbar ansteht, sollte doch zuvor die Geschlechtsteile der beiden Elterntiere überprüfen. Es darf nicht sein, dass Erkrankungen durch den Deckakt sich ungehindert verbreiten können.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Gesäuge. Ueberprüfen Sie einmal die Verteilung der Zitzen und schauen Sie nachdem die Zibbe abgelegt hat, wieviel von denen effektiv Milch produzieren können. Die Zucht müsste dieses Fortpflanzungsmerkmal in die Selektion der Elterntiere einfliessen lassen; und übrigens nicht nur auf der weiblichen Seite, nein auch der Rammler hat diesbezüglich einen grossen Einfluss.  

Der Leistung, die unsere Zuchttiere in dieser Zeit erbringen, gebührt grossen Respekt. Nicht nur die weiblichen Tiere sind davon betroffen. Meist findet in dieser Fortpflanzungsphase der Haarwechsel zum Sommerfell statt und zugleich müssen Reproduktionsorgane für die Entwicklung von Eiern und Spermien voll funktionieren. Nur wenn alle Bausteine vorhanden sind, haben wir Erfolg. Das heisst, es braucht eine ausgewogene Ernährung, bei der vor allen die Vitamine, Mineralstoffe – und Spurenelemente nicht fehlen dürfen. eine kurze Ruhephase, bevor wir sie ihre Jungtiere haben. Wir wissen, dass Umgebung – und Stallwechsel immer mit Stresssituationen verbunden sind. Es braucht etwas Geduld, damit ein optimales Fruchtbarkeitsergebnis mit einem gesunden Wurf und ein paar Junge erwartet werden dürfen. 

Vorbereitung auf die Geburt

Tragende Häsinnen sind immer mit genügend Einstreumaterial zu versorgen. Einige beginnen nämlich unmittelbar nach dem Deckakt unruhig zu werden und vermischen Mist und Einstreu; andere wiederum zeigen gar keine Anzeichen einer Trächtigkeit. Zweigeteilte Abteile  – eines davon noch abgedunkelt – bewähren sich, so kann das Muttertier klar unterscheiden, wo der Züchter die Ablage  der Nestlinge wünscht. Es empfiehlt sich auch, nicht unmittelbar vor der Geburt den gesamten Stall zu reinigen, weil so nicht eine stabile Einstreuunterlage aufgebaut werden kann. 

Dieses Verhalten signalisiert Schutz der Jungen.

Ablegen lassen und überwachen

Proteinreich zu füttern und davon auszugehen, dass gut säugende Zibben die dreifache Menge Futter aufnehmen können, das muss das Ziel sein. Eine gute Futteraufnahme zeigt uns immer den Gesundheitsstatus der Mutter. Frisst sie nur wenig und ist aber trotzdem eine gute Säugerin und der Nachwuchs entwickelt sich prächtig, dann geht das nur, wenn Körpersubstanz der Mutter abgebaut wird. Dies ist aber nicht das Ziel. Viel besser ist es, wenn die Zibbe viel Futter aufnimmt und die Milch eben aus den zugeführten Nährstoffen herstellt.

Würfe sollten immer gut überprüft werden. So sind unruhige Jungtiere im Nest ein Zeichen, dass die Mutter nur ungenügend Milch produziert. Legen mehrere Zibben gleichzeitig ab, so können Jungtiere ausgetauscht werden. Am besten ist das zu vollziehen, wenn das Muttertier abgelenkt wird, sei es, indem sie kurz in den Auslauf oder intern in ein anderes Abteil gesetzt wird. In der Zwischenzeit nehmen die Jungtiere den spezifischen Stallgeruch an und die neuen Nestlinge sind der Zibbe nicht mehr fremd.  

Jungzibben braucht mehr Beachtung; für sie ist alles neu. Sie haben keine Erfahrung. Mit etwas mehr Zuwendung können sie auf jeden Fall beruhigt und ihre Aggressivität abgebaut werden. Es gilt für die Weiterzucht; nur gute Säugerinnen sollen in der Zucht bleiben. 

Mykotoxine vermehrt im Dürrfutter überwachen

 

Wenn das Frühjahr ziemlich feucht war, dann sind Probleme mit dem Trocknen im Heustocks wahrscheinlich. In Heuproben sind dann erhöhte Gehalte an Myktoxinen angezeigt. Mit Myktotoxinbindern im Futter können die Toxine zwar gebunden werden. Es wird aber geraten, bei starken Befall das Dürrfutter gar zu entsorgen. Die Mykotoxine Fumonisine B1 + B2 sind nicht nur für Schweine und Pferde ein Risiko, sondern auch für Kaninchen und andere Heimtiere.

 

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  • Bild K3: Heinz Schmid
  • Bild K2: Heinz Schmid

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