Luzerne, die Königin der Futterpflanze! Die Pflanze wird auch als Alfalfa, Schneckenkleekraut, ewiger Klee oder chilenischer Klee bezeichnet. Als Futterpflanze wird sie weltweit angebaut; sie wird aber auch als Lebensmittel (Sprossen) verwendet.

Ihre Eigenschaften als Futterpflanze sind nicht nur  in der Ernährung der Kaninchen, sondern auch in Wiederkäuer- und Pferdefütterung sehr geschätzt.

Wer kennt sie nicht diese Pflanze, die in Mitteleuropa entweder in Reinkultur oder gemischten Grasmischungen angebaut wird; sie fällt uns sofort auf Wanderungen mit ihren Blüten sofort auf.
Mit Recht darf die Frage gestellt werden, wie kommt diese Pflanze denn in der Ernährung der Kaninchen an. 

Mit der Entwicklung und Weiterverbreitung ist die Pflanze jetzt in allen Kontinenten

Die Luzerne war in Persien eine wichtige Futterpflanze für Pferde. Nach der Geschichte soll sie in etwa 470 v. Chr. nach Griechenland gebracht worden sein. Schon bald kam sie um etwa 150 -50 v. Chr. nach Italien, wo sie den Schafen gefüttert wurde. Anfangs des 16. Jahrhunderts brachten die spanischen Kolonialherren die Luzerne nach Amerika, vor allem an Mexiko und Peru; im 19. Jahrhundert wurde sie sogar nach Australien und Neuseeland exportiert, zusammen mit Hummeln, die die Bestäubung dieser Pflanzen sicherherstellten.
Die Pflanze wurde vor genetischen Eingriffen nicht verschont. 2011 wurde in den USA die erste gentechnisch veränderte Luzerne sowohl als Futtermittel wie auch als Nahrungsmittel zugelassen.

Luzerne im Garten und auch als Zierpflanze bekannt!

Die Luzerne eignet sich für den Anbau auf tiefgründigen und Wasser durchlässigen Böden mit guter Kalk-, Phosphor- und Kaliversorgung. Wie andere Leguminosen (Kleearten) ist sie in der Lage mit Hilfe der Knöllchenbakterien (Rhizobien) Stickstoff aus der Luft aufzunehmen. In einer gut durchdachten Fruchtfolge sind solche Pflanzen sehr geschätzt.

Mit dem anstehenden Klimawandel dürfte die Pflanze in unseren Gebieten noch mehr angebaut werden, auch weil winterharte Sorten zur Verfügung stehen. Als möglichen Nachteil darf sicher die sensible Pflege der Pflanze betrachtet werden. So wird beispielsweise ein zu tiefer Grünschnitt (unter fünf Zentimeter) nicht empfohlen oder ein erhöhter Bodendruck und Auflockern der Bodenoberschicht verletzen die Wurzelköpfe, was einen raschen Wiederaustrieb unmöglich macht. Die Wurzeln der Pflanzen können bis zu zwei Meter tief wachsen, wenn der Boden dafür stimmt.

Im Anbau wird sie ebenfalls im Garten als Zierpflanze wegen ihren Blüten und Schoten über mehrere Monate gern betrachtet.

Rohproteingehalte verschiedener eiweisshaltiger Grünfutterpflanzen (Gehalte je Kilogramm Trockensubstanz)

Bestand Rohprotein in g Rohfaser  in g Kalzium
Raigräser 180 200 4.5
Luzerne 240 180 16
Weissklee 286 107 16

Quelle: Fütterungsempfehlungen und Nährwerttabellen, LmZ Zollikofen

In Mitteleuropa, wo eiweisshaltige Ackerkulturen nur in einem sehr bescheidenen Mass angebaut werden, erhalten Pflanzen wie die Luzerne einen besonderen Stellenwert. Der Bedarf übersteigt das Angebot, weshalb aus den besten, produzierenden Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien grössere Mengen Pellets jährlich importiert werden. Diese Intensivkulturen ermöglichen fünf bis sechs Schnitte mit einer ausgezeichneten Qualität.

Luzeren frsich vom Feld
Luzerne kann auch direkt, nicht in grossen Mengen an die Kaninchen gefüttert werden.

In der Futtermittelherstellung findet die gesamte Pflanze Verwertung. So wird das Heu im Sommer im Freien getrocknet, doch häufig wird der gesamte Schnitt zu einem Trocknungsbetrieb geführt. Luzerne in Form von Häckselgut oder in Form von heissluftgetrockneten Luzernegrünmehl, von Cobs  findet Verwendung in der Futtermittelindustrie und gelangt damit auch in das Kaninchenfutter.

100 Gramm Luzerne enthalten  

Inhaltsstoff der Luzerne (Alfalfa)   Gramm oder Milligramm
Wasser 79.5 Gramm
Kohlenhydrate 12.2 Gramm
Eiweiss 6.9 Gramm
Fett 0.13 Gramm
Kalium 137 Milligramm
Calcium 16.6 Milligramm
Natrium 1.2 Milligramm
Eisen 0.34 Milligramm
Carotin 28.1 Milligramm

Quelle: Wikipedia

Besondere Eigenheiten einer besonderen Pflanze

Wenn die Luzerne oder Alfalfa mit den anderen Futterpflanzen verglichen wird, zeigt die Analyse den beachtlichen Protein- und Energiegehalt. Die Ligningehalte sind hoch, womit die organische Substanz  der Luzerne schlechter verdaulich ist als Gras. Der Zuckergehalt ist im Vergleich zu Wiesenfutter mit vier bis sieben Prozent sehr bescheiden. Bezüglich der wertvollen Mineralstoffe hingegen sind Kalzium und Phosphor reichlich im Vergleich zu Grünfutter vorhanden.

Bei der Heuernte ist mit hohen Brökelverlusten zu rechnen; d.h. die kleinen Blätter zerfallen noch während der Ernte und sind als Eiweisslieferant für die Tiere verloren.

Hoher Anteil im Kaninchenfutter häufig anzutreffen

Die Rohfasern sind für den ganzen Verdauungsprozess der Kaninchen ausgesprochen wichtig. Doch werden diese vielfach vom Kaninchen nicht gerne gefressen. Eine Luzernepflanze kann bis zu 70 Zentimeter hoch werden; zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze schon recht verholzt; das heisst die Pflanze enthält viel Lignin. Lignin ist aber für das Kaninchen unverdaulich und wird auch nicht gerne gefressen. So gesehen werden von einer ausgewachsenen Pflanze nur etwa 10 bis 15 Prozent gern gefressen, nämlich die noch jungen und zarten Blätter. Das Uebrige wird nur dann gefressen, wenn dem Tier nichts Anderes oder besseres zur Verfügung steht.  

Luzerne in einer Mischung mit anderen aufbereiteten Komponenten
Luzerne lässt sich auch mit anderen Rohstoffkomponenten zu einem hervorragenden Futter aufmischen.

Luzerne wird im Alleinfutter für Kaninchen sehr gerne eingesetzt. Warum? Die verwendeten Komponenten aus dem Getreidebereich sind zwar energiehaltig, aber es fehlt ihnen der Rohfasergehalt. Damit die Pellets nach den wichtigsten Nährstoffen – und dazu gehört in der Kaninchenernährung vor allem der Rohfasergehalt – ausgeglichen sind, sind Komponenten auch mit einem hohen Rohfasergehalt einzusetzen. Hier eignet sich die Luzerne sehr gut, ist sie doch auch nicht durch Mykotoxine vorbelastet, die unter anderem bei Ersatzprodukten wie beispielsweise der Weizenkleie möglich sein können.

Wer also etwas genau hinschaut, wird in seinem eingesetzten Kaninchenfutter Luzernebestandteile finden. Das schöne Grün ist auffallend und belebt ein Mueslifutter oder Qualitätsmischung wie sie auch genannt werden. Luzerne ist also in fast jedem Kaninchenfutter enthalten und liefert neben der Rohfaserstruktur auch ein wertvolles Protein.

Luzerne gehäckselt kann im Internet für gegen 8 Euro (= 10 CHFr.) das Kilo erworben werden. Ebenfalls angeboten werden Luzerne-Gemüse-Pellets mit Kräutern, Blüten und Gemüse; die Futter lässt sich für 11 Euro  (= 13.50 CHFr.) erwerben. Es gibt auch Kaninchen-Züchter, die Luzernepellets in reiner Form einsetzen.

Luzerne ist eine Arzneipflanze für den Menschen

Von dieser Pflanze können Blätter, Samen und Sprossen  für Aufgüsse und Tees hergestellt werden. Für Blasen- und Prostataerkrankungen, Arthrose, Asthma, Diabetes, Arthritis, Nierenerkrankungen und hohe Cholesterinwerte ist Luzerne ein hervorragendes Hausmittel, weil es die Harnproduktion anregt und allgemein die Vitalität steigert.

Uebrigens noch ein Tipp. Wer viel spazieren geht, kann diese Pflanze auch an Wegen (Spazierwege und Flurwege) finden. Vor allem den Flussläufen entlang sehe ich immer wieder diese wundervolle Pflanze mit den zarten, blauen Blumen und den feinen Blättern. Sie werden dort nicht gemäht und können immer wieder absamen und sind so nicht vor dem Aussterben bedroht.  

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  • Bild 3: Heinz Schmid
  • Bild 2a: Heinz Schmid
  • Luzerne ist in jedem Kaninchenfutter gern gesehen: Heinz Schmid

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