Die Tierhaltung insbesondere die Nutztierhaltung ist die grösste Verursacherin der Ammoniakemissionen auf der Welt . Deshalb gibt es Aufrufe, die Ställe und die Ausläufe so zu gestalten, dass möglichst wenig Ammoniak entsteht.

Mit diesem Problem sind alle Tiergattungen betroffen. Wir können die Kleintierhaltung insbesondere die Geflügelhaltung nur bedingt beruhigen. Denn am meisten betroffen ist die Rindviehhaltung (78% ); die Geflügelhaltung liegt bei 4 %. Wird hingegen das Körpergewicht beigezogen, dann liegt das Federvieh mit Abstand an der Spitze der grössten Ammoniakemittenten.

So stehen wir als Kleintierhalter ein wenig in der Pflicht, um dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Ammoniak entsteht. Zumal dieser die Tiergesundheit beeinträchtigt.

Gesetzlich ist Luftqualität geregelt

In der professionellen Geflügelhaltung reden wir von Lüftungsmengen, Alarmanlagen, selbstöffnenden Fenstern und Notstromaggregate etc.

Soweit gehen die Kleintierhalter nicht. Aber es gibt trotzdem Punkte, die bei einer Hobbytierhaltung genau so entscheidend sind. Hier sind einige Ueberlegungen dazu

-Zugluft oder gar stickige Luft sind ebenso unerwünscht wie übermässiger Staub.
-Gutes Atmen für die Betreuer und die Tiere muss genauso immer möglich sein.
-Generell ist eine Stalltemperatur anzupeilen, die im Sommer die Aussentemperatur kaum überschreitet.

Klimatische Veränderungen führen zu Stress

Wer immer Kleintierhaltung mit einem Lüfter ausrüstet, kann nach DIN 18910 sehen, dass eine Winterluftrate von 0.9 m3/h/ Tier und eine Sommerluftrate von 4.5 m3/h/Tiere empfohlen werden. Als Faustregel gilt sogar eine Sommerluftrate von 10 m3/h/Tier.

Für die Luftgeschwindigkeiten gelten während der Nacht Werte von 0.2 Meter pro Sekunde und im Sommer maximal 0.6 Meter pro Sekunde.

Je tiefer die Temperaturen und je höher die relative Feuchtigkeit, desto mehr kommt man dem Tierwohl der Hühner näher. Dazu gibt es Tabellen, die zu den gewünschten Temperaturen im Bereich 20 bis 38 Grad Celsius bei möglichst hoher relative Luftfeuchtigkeit noch „grün“ Werte darstellen. Sind die Werte in einem „roten“ Bereich, so wird es für das Tier ungemütlich ja sogar gefährlich. Diese Tabellen sind über Google im Internet leicht zu finden (Temperatur und Feuchtigkeitsstressindex für Legehennen).

Lüftungsmassnahmen mit Kühlmöglichkeiten

Die Forderungen nach automatische Lüftungskonzepte stellen sich bei der Hobby- Kleintierhaltung weniger. Klar ist es gut, wenn die Stalltemperaturen bei grosser Hitze abgesenkt werden können. Es gibt dazu einfachere und billigere Massnahmen.

Ueber ein Hochdruckgerät kann eine Vernebelung bis hin zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % und einem zusätzlichen Nutzen auf die Staubbindung erreicht werden; das macht natürlich Sinn.

Immer und immer weisen wir auf die Berieselung der Dachfläche und eine Beschattung des Stallgebäudes hin. Das im Begrünungssubstrat enthaltende Regenwasser kühlt über die Verdunstung den Stall nachhaltig.

Dachbegrünungen haben in letzter Zeit an Interesse gewonnen.

Staubreduktions-Massnahmen immer befürworten

Für Staubquellen kommen die unterschiedlichsten Quellen in Frage wie beispielswiese die Einstreu, Futtermittel, Exkremente, Haut und auch die Federn. Bei der Einstreu sind entstaubte Produkte empfohlen, so kann aufbereitetes Stroh bis 80 % weniger Staub aufweisen. Aber auch Geruchsstoffe und Ammoniak werden so entsprechend reduziert.

Zur Minderung der Staubbelastung trägt die Art der Futtermittel aber auch der Einstreu bei. Deshalb achten viele Kleintierbesitzer auf einen ölhaltigen Zusatz, der die Staubkonzentration reduziert. Allgemein kann festgestellt werden: Je feiner die Materialien zerteilt und je trockener die Materialien sind und je höher die Fallhöhen sind, desto mehr entsteht Staub.

Ebenfalls muss der Staubbeseitigung grösste Aufmerksamkeit bei der Stallreinigung geschenkt werden. Höhere Staubkonzentrationen sind in Ställen mit Sand zu finden. Auch hier machts sich eine Oel- oder Wasservernebelung im Stall bezahlt (Befeuchtung der Einstreu).

Zur Staubreduktion trägt auch eine reduzierte Einstreumengen bei. Was ebenfalls mithilft, den Staub zu verkleinern, sind Flugbarrieren für die Legehennen, Befeuchtung der Einstreu und eine geringere Einstreuhöhe statt 12 cm nur noch 2 cm .

Gefiederverschmutzung und Kotkonsistenz

Die Einstreubeschaffenheit beeinflusst das Wohlbefinden der Legehennen. Doch diese wiederum ist von der Jahreszeit abhängig. Eine trockenere Einstreu ist bei höheren Temperaturen leichter zu erreichen; dies kann unterstützt werden über eine tiefere Luftfeuchtigkeit sowie über maximale Lüftungsraten im Sommerhalbjahr.

Das Gegenteil erleben wir bei niedrigen Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit und stark reduzierten Lüftungsraten; dann ist die Einstreu eher feucht und es bilden sich Platten. Hinzu kommt , dass Legehennen Schmutz und Nässe aus dem Freiland in den Stall hineinbringen. Und trotzdem gilt, Lüftungsraten im Winter nicht zu stark reduzieren; sonst muss eine Möglichkeit des Heizens gegeben sein. Häufiges Nachstreuen und Einstreu wechseln helfen für ein gewünschtes Tierwohl. Das gilt ebenso für das zusätzliche Entfernen der sichtbaren Mist-Platten.

Tipp: Kugeltest als Feuchtigkeitsnachweis

Bilden Sie mit beiden Händen ein „Schneeball“. Wenn die Kugelform
-erhalten bleibt, ist das Material zu feucht
-locker zusammenhält und leicht zerfällt, ist der Feuchtigkeits-Gehalt in Ordnung
-alles Material nicht zusammenhält und gleich zerbröselt, ist der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig (kein Bindungsvermögen).

Tränkesystem ohne Wasserverlust einrichten

Wasser ist unbestritten ein wertvolles Produkt. Doch ist in unseren Gegenden der Preis dafür immer bezahlbar. Es gilt aber trotzdem, sparsam damit umzugehen; auch in der Tierhaltung.

-Wasserverluste, die durch undichte Tränkesysteme in den Geflügelställen verursacht werden, sind somit nicht nur ökonomisch zu betrachten, sondern auch unter Aspekt, welche Auswirkungen damit zu befürchten sind.

-Der Kot der Hühner darf nicht zusätzlich befeuchtet werden; im Gegenteil, es wird sogar darauf geachtet, das Substrat möglichst schnell so trocken wie möglich zu machen. Dann sind Ammoniakemissionen kleiner. Es sollte darauf geachtet werden, dass Nippeltränken mit Auffangschalen ausgerüstet werden. Tränken gehören nicht in den eingestreuten Bereich.

Ungünstiges Stallklima und respiratorische Erkrankungen

Vielfach führt ein ungünstiges Stallklima zu Erkrankungen bei den Legehennen. Als Verursacher kommen zu hohe als auch zu niedrige Luftfeuchte in Frage; auch zu erwähnen sind hohe Ammoniak- und Staubgehalte.

Mitbetrachtet müssen andere pathogene Erreger, wie zum Beispiel die E.coli.

In diesem Zusammenhand spricht die Veterinärmedizin häufig von den respiratorischen Erkrankungen wie etwa die infektiöse Bronchitis, die Newcastle Disease oder die infektiöse Laryngotracheitis)

Ammoniak Entstehung und Wahrnehmung

Für die Umwandlung der Harnsäure in Ammoniak ist die Umgebungstemperatur massgebend verantwortlich. Erhöhte Werte fördern die bakterielle Aktivität. So ist die Abbaurate bei 20 Grad Celsius gering, bei 30 Grad steigt sie bereits auf das Vierfache und ab 35 Grad Celsius und Feuchtegehalte oberhalb 40 % stellten Fachleute ein erhöhtes Bakterienwachstum fest.

Verhalten der Tier beobachten

Nichts ist wichtiger als eine täglich seriöse Beobachtung der Legehennen. Drängen sich die Tiere in bestimmten Stallecken zusammen, dann sind

-die Lüftungsbereiche zu überprüfen
-die Verteilung der Luft im Stall zu checken
-Temperatur und Ammoniak- Gehalt zu überwachen
-und die Zugluft im Aufenthaltsbereich neu zu beurteilen

Quelle: gekürzter Vortrag von Ing. Irene Mösenbacher-Molterer, Raumberg-Gumpenstein


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