Die Beigabe von Kalk ist in erster Linie für den Aufbau des Knochensystems gedacht. Beginnen die Junghennen mit dem Eier legen, so brauchen sie noch mehr Kalk zur Bildung der Eischale. Das Futter enthält – grob gesagt – 40 Gramm Kalzium pro Kilogramm. Die Menge schwankt in den einzelnen Legephasen. Ebenso entscheidend ist die Partikelgrösse und der Zeitpunkt für die Kalziumbeigabe im Tagesablauf.

Depot für das Kalzium ist das Knochensystem

Zur Sicherstellung einer optimalen Eischalenqualität ist dem Futter ab Beginn des Legens eine erhöhte Menge an Kalk beigemischt. Es ist die billigste Rohstoffkomponente im Futter, aber sicher nicht die unbedeutendste. Denn Eier mit schwacher Eischalenqualität scheiden auf dem Markt aus. So ist eine Futtermischung mit Kalk in feiner (Partikelgrösse kleiner 2 mm) und grober (Partikelgrösse grösser 2 mm) Struktur mit unterschiedlichen Löslichkeiten zusammenzustellen. Vergessen wir auch nicht die markhaltigen Knochen der Legehennen; sie bilden ein eigentliches Depot für die Nacht. Die schnell verfügbare Kalziumquelle steht während der Nacht zur Verfügung, wenn die Futteraufnahme ausbleibt, es aber trotzdem diesen Mineralstoff für die Eibildung (Eischale) braucht.

Dieser Verlust an Kalzium geht auch mit einem Abbau von Phosphor einher; er kann aber wieder über die Futteraufnahme ersetzt werden.

Die Fütterungsexperten streben ständig eine Optimierung des Kalziumstoffwechsels an. So fördern sie die Kalziumzufuhr eher über den Darm und jenen über die Knochen soll so weit als möglich reduziert werden.

Kalkgaben wirken auch beruhigend

Je nach Kalziumaufnahme schwankt die Verwertbarkeit von Kalzium im Darm aus dem Futter für die Legehennen zwischen 40 und 60 Prozent. Das heisst doch auch, dass 50 Prozent des aufgenommenen Kalziums wieder über den Kot ausgeschieden werden muss. Es darf auch gesagt werden, dass feine Kalziumpartikel besser aufgelöst werden als grobe Partikel. Dies ist denn auch der Grund, weshalb zwei unterschiedliche Kalziumquellen in jeder Legephase einzusetzen sind. Zu Begin der Legephase sollte das Verhältnis von fein zu grob bei 40 zu 60 liegen; am Ende der Legeperiode dann bei 25% zu 75 % . Das heisst auch, je älter die Legehenne wird, desto mehr sind gröbere Kalzium-Partikel (Kalk) zu füttern. Aeltere Legehennen erhalten deshalb eher zusätzlich noch Austernschalen. Grobe Kalkpartikel haben ebenfalls eine positive Wirkung auf das Verhalten der Legehennen; sie werden dadurch etwas ruhiger. Es wird auch behauptet, das Grit an die Legehenne verabreicht, einen ähnlichen Effekt hat wie gröbere Kalkpartikel. Die kleinen, unlöslichen Magensteinchen dienen als Verdauungshilfe beziehungsweise zu einer besseren Futtervermahlung im Magen.

Kalziumbedarf ist heute kalkulierbar

Mit Normzahlen lässt sich heute der Kalziumbedarf für die korrekte Eischalenbildung berechnen. Je höher der Kalziumgehalt im Futter, desto weniger muss die Legehenne davon aufnehmen und umgekehrt. Weil der tägliche Futterverbrauch sich oft nicht erheben lässt, wird schon zu Beginn der Legephasen gesündigt. wir dürfen auch davon ausgehen, dass eine Legehenne 40 Prozent des Futters in der ersten Tageshälfte aufnimmt und die restlichen und damit der grössere Anteil erst in der zweiten Tageshälfte.

Diese Verhaltensweise der Legehennen ist von Bedeutung, denn der Hauptteil der Schalenbildung findet während der Nacht statt. Das heisst also der Kalziumbedarf ist während der Nacht erhöht.
Schlaue Legehennenhalter ergänzen das Mischfutter, das bei der letzten Fütterung gegeben wird mit ein bis zwei Prozent Kalk. Aus dieser Ueberlegung ist das Split feeding entstanden, das mit unterschiedlichen Futterarten am Morgen und am Abend mit jeweils einem anderen Kalziumgehalt operiert. Dieses angepasste Fütterungsmanagement ist eigentlich eine gute Sache, die Herausforderung bleibt die praktische Umsetzung in grösseren Betrieben. Die Hobbytierhaltung hätte da einen Vorteil.

Wasser ist ebenso wichtig wie Futter. Doch das Wasser muss einwandfrei sein?

Im Vorlegefutter starten mit 25 g Kalzium pro Kilogramm Futter!

Lass mich zum Schluss noch etwas zum Vorlegefutter sagen, das vor der ersten Legephase eingesetzt wird. Das Ziel ist zwischen dem Aufzucht- und dem Legehennenfutter ein Uebergangsfutter anzubieten. In der Regel wird mit etwa einem Kilogramm Vorlegefutter pro Legehenne während 10 Tagen des Einsatzes gerechnet. Das Vorlegefutter enthält zwischen 2 und 2.5 Prozent Kalzium. Achtung Vorlegefutter darf nicht zu früh und auch nicht zu lang verfüttert werden.; beides ist verheerend für die noch junge Legehenne.

Der Kalziumbedarf pro Tag pro Tier in der landwirtschaftlichen Legehennenhaltung lässt sich in etwa als Vergleich wie folgt zusammenfassen:

Empfohlene Menge pro Tag und Legehenne:
Vorlegephase: 2.5 g bis 3.0 Kalzium
Phase1 (17./18.Woche bis 37.Woche): 4.2 g Kalzium
Phase2 (38. bis 48.Woche): 4.4 g Kalzium
Phase 3 (49. bis 62.Woche):4.6 g Kalzium
Phase 4 (63. bis 76. Woche): 4.8 g Kalzium
Phase5: (ab 77.Woche): 4.9 g Kalzium

Zusammenfassend die Tipps für den erfolgreichen Hobbytier-HalterIn

Darauf sollte geachtet werden:
– Das Vorlegefutter nicht zu lange füttern maximal 10 Tage

Das Vorlegefutter enthält um 2.5% Kalzium und die Legephasenfutter 4% und mehr
– Je älter die Hennen, desto mehr gröbere Kalk-Partikel erhalten sie.
– In der Hobbytierhaltug macht sich eine Kalkgabe an die Legehennen am Abend bezahlbar.

Dem Phasenablauf entsprechend würde jetzt der nächste Fachbeitrag folgen.

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