Die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere hängt auf den ersten Blick von wenigen Faktoren ab. Eine korrekte Ernährung des Muttertieres, ein gutes Starterfutter und gute Umweltbedingungen sind die Voraussetzung, um alle Nestlinge grossziehen zu können.
Der Krankheitsdruck in der Aufzucht ist längst nicht mehr so gross wie vor ein paar Jahrzehnten. Doch immer wieder geschieht es trotzdem: Plötzlich sterben unverhofft einige Jungtiere. Um deren Anzahl stets zu minimieren, gibt es wesentliche Details der genannten Faktoren, die während der Aufzuchtphase beachtet werden müssen.

1.Empfehlung: Viel Muttermilch ist Pflicht.

Genügend Milch ist vor allem in der Startphase äusserst wichtig. Das Muttertier säugt die Jungen einmal pro Tag und wer beim Gerangel um die besten Zitzenpositionen nicht die Nase vorn hat, gerät ins Hintertreffen. Es darf davon ausgegangen werden, dass ein Nestling bis zu 30 % des Jungtiergewichtes täglich in Form von Milch aufnehmen kann. Stichprobenkontrollen von aus dem Nest genommenen Jungtieren zeigen wie prall die kleinen Bäuchlein gefüllt sind. Die höchste Milchleistung erbringen die Muttertiere um den 21.Tag der Laktation.

2.Empfehlung: Frühe Angewöhnung an Festfutter

Sind die Jungtiere ruhig und gut behütet im Nest, so ist die mütterliche Fürsorge in der Regel in Ordnung. Dennoch ist eine frühzeitige Gewöhnung der Jungtiere an festes Futter unerlässlich. Bei ergiebiger Milchquelle des Muttertieres und kleinen Würfen rückt der Zeitpunkt dieser Umstellung etwas nach hinten. Werden regelmässig einzelne wenige Pellets ins Nest gelegt, so riechen die Jungtiere neugierig daran, auch wenn es nicht unmittelbar danach schon zur Aufnahme des Futters kommt. Mit dem Beginn der Absetzphase und der zunehmenden Aufnahme von festem Futter muss sich der Stoffwechsel der Jungtiere an das veränderte Futter anpassen; so werden etwa Enzyme nach und nach aktiviert, um beispielsweise die Rohfasern verdauen zu können.

3. Empfehlung: Ein Futter-Hygienemanagement

Das feste Futter muss zwingend aus der hervorragenden Eiweiss- und Energieträgern, also hochverdaulichen Rohstoffkomponenten bestehen. Mit Mykotoxinen (Gifte) belastete Futtermittel haben ohnehin nichts im Futter zu suchen, aber in dieser heiklen Phase gilt dies besonders. Sie können zu schweren Verdauungsstörungen mit tödlichem Ausgang führen. Das Futtergeschirr muss bei allen Tieren im Stall täglich überprüft, und verunreinigtes Futter muss entfernt werden.

4.Empfehlung: Eine saubere Wasserversorgung

Beginnen die Jungtiere damit Wasser aufzunehmen, so geschieht dies meist aus einem offenem Geschirr. Doch leider treten die durstigen und manchmal neugierigen Jungtiere mit ihren Vorderfüssen gern in die Wasserquelle. Um trotzdem sauberes Wasser anbieten zu können, ist dies regelmässig frisch einzufüllen; mindestens zwei Mal täglich. Offene Schalen- und Trogtränken sind für Jungtiere besser geeignet als Nippeltränken. Bei einer eigenen Wasserquelle ist die Qualität des Wassers – vor allem wenn Verdauungsprobleme auftreten – auf Keime hin zu überprüfen.

5. Empfehlung: Absetzzeitpunkt nach Entwicklungsstand

Vier, sechs oder zwölf Wochen: Die Dauer der Säugezeit kann unterschiedlicher nicht sein. Tatsächlich können gut entwickelte Jungtiere bei einem Absetzalter von vier Wochen überleben, wenn anschliessend Futter und Hygienemanagement stimmen, doch ist dies überwiegend nur in grossen Mastbetrieben zu sehen. In der Regel wird in der Rassenkaninchenzucht ein Absetzalter von sechs bis acht Wochen angestrebt und dabei genau auf den Entwicklungsstand des Nachwuchses geachtet. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können sechs bis acht Wochen alte Jungtiere selbst für ihr Leben sorgen.

 

Jungtiere mögen Löwenzahn

Mit dem rechtzeitig im Frühjahr spriessenden Löwenzahn steht nahezu während der gesamten Grünfuttersaison eine wertvolle Pflanze zur Verfügung, die überall wächst und sich leicht vermehrt. Löwenzahn gilt sogar als Heilpflanze. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken auf die Verdauung und den Appetit, verbessern die Durchblutung des gesamten Verdauungstraktes und unterstützen die Aufgaben der Schleimhäute. Der positive Einfluss des Löwenzahns auf Leber und Galle führt auch dazu, dass Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette besser verdaut werden können. Dies ist bei Jungtieren, die den Verdauungsprozess erst aufbauen müssen, besonders wichtig. Es gibt kein junges Kaninchen, das auf Löwenzahn verzichtet. Aber Achtung! Auch von Löwenzahn sind die Mengen , vor allem bei Beginn der Grünfütterung zu begrenzen.

Rasch handeln, damit das Jungtier überlebt.

6.Empfehlung: Zusatzpräparate gegen Keimbelastungen

Um gegen die vielen möglichen bakteriellen und viralen Belastungen gewappnet zu sein, ist das Jungtier gezwungen, eine eigene Immunabwehr aufzubauen . Diese sollte gestärkt werden, um im Ernstfall die Attacken von Viren und Bakterien rechtzeitig und wirksam abzuwehren. Dem Immunsystem können dabei zusätzliche Vitamingaben auf die Sprünge helfen. Ebenso hilfreich können Präparate sein, die unerwünschte Keime in ihrer Entwicklung hemmen oder die gewünschten Besiedelungen unterstützen. Neben natürlichen Mitteln aus der Pflanzenwelt gibt es dafür natürlich pharmazeutische Produkte, über die am besten zuvor ein Informationsgespräch mit dem Tierarzt erfolgt.

7.Empfehlung: Angepasstes Klima

Zu den zwei entscheidenden Faktoren gehören die Temperatur und die Luftqualität im Stall. Kaninchen sind Tiere, die Temperaturen und 21 Grad Celsius weit mehr schätzen als Temperaturen darüber. So kommen sie auch mit frostigen Tagen gut zurecht. Allerdings sind während der Wurf- und Säugezeit frostfreie Temperaturen zum Vorteil der Nestlinge. Auch Eisbildung im Futtergeschirr behindert die Flüssigkeitsaufnahme sowohl des Muttertieres als auch der grösseren Jungtiere. Das kann zu einer Wachstumsdepression führen.
Eine gute Qualität der Luft im Stall wirkt Atemwegserkrankungen entgegen. Ist die Luft zu trocken, führt das zu vermehrter Staubbildung und diese wiederum zu Husten sowie gereizten und geröteten Schleimhäuten. Zu feuchte Luft erzeugt nasse Decken/Wände und beschlagene Fenster: Perfekte Bedingungen also für Keime, um sich zu vermehren. Eine regelmässige, breite und feine Frischluftzufuhr verhindert beides. Nur so werden auch die vorhandenen Schadgase Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Ammoniak nicht zu einem Problem für die Tiere.

8.Empfehlung: Gut durchdachtes Patchwork

Beim Wurfausgleich unmittelbar nach der Geburt ist zu beachten, dass leichtere Jungtiere in kleinere Würfe umgesiedelt werden, sodass gleich starke Nestlinge eine Gruppe bilden. Zu diesem Zeitpunkt spielt das Mischen von Tieren keine Rolle. Je älter die Säuglinge werden, desto schwieriger wird ein Umplatzierung, weil das Muttertier die ihr zugesetzten fremden Nestlinge nicht mehr akzeptiert. Jungtiere im Absetzalter sind ebenfalls nicht mehr fähig eine harmonische Gruppe zu bilden. Der erwachende Geschlechtstrieb führt zu vermehrten Aktivitäten und Unruhe im Stall. Nicht selten zeigen sich Bisswunden oder deren Narben, die von solchen Rivalitätskämpfen herrühren, erst beim Schaufertig-Machen vor der Ausstellungssaison.

9.Empfehlung: Heu, Einstreu und Beschäftigungsmaterialien

Jungtiere sind unerfahren und beschnuppern oder fressen alle im Stall herumliegenden Raufutter und Einstreumaterialien. Liegt Stroh oder Heu auf dem Stallboden herum, so kann dies noch Sinn machen; werden hingegen andere Einstreumaterialien aufgenommen, so trägt diese Rohfaseraufnahme nicht zum Wachstum der Jungtiere bei. Zur Beschäftigung ist das Holz von Obst und heimischen Laubbäumen sowie von Beerensträuchern -natürlich allesamt ungiftig – willkommen im Alltag eines Kaninchens.
Was die Mutter frisst, das fressen auch die Jungtiere. Kaninchen können sich etwa 200 Pflanzenarten merken. Deshalb ist eine möglichst breite Auswahl an verschiedenen Pflanzen während der Aufzucht vorteilhaft.

10.Empfehlung: Wer schreibt, der führt!

Sollte es trotzdem zu Jungtierverlusten während der Aufzucht kommen, so sind diese zu notieren. Hilfreich sind auch Bemerkungen zu Aktivitäten, die unternommen wurden, um das Jungtier trotzdem zu retten. Mögliche Notizen bezüglich Gewicht, Ohrlängen, Körper und mögliche Abnormalitäten der Jungtiere sind sehr hilfreich, um künftig schneller reagieren zu können oder entsprechende Auslese vorzunehmen.

Die Leistungen des Muttertieres geben Auskunft darüber, ob die Häsiin weiterhin in der Zucht verbleiben soll oder ob bei zweifelhaften Leistungen ein Ausscheiden aus dem Zuchtbestand ins Auge gefasst werden muss…

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  • 013: Heinz Schmid
  • Krankes Jungtier: Heinz Schmid

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