Wachteln sind nahe Verwandte der Hühner; sie haben bezüglich der Haltung etwas andere Ansprüche. Die meisten Wachtelhalter entscheiden sich für die Japanische Legewachtel, die bereits im 13. Jahrhundert in Japan domestiziert wurde. Der einstige Ziervogel wird seit über 100 Jahren auf Leistung gezüchtet.
Inzwischen gibt es drei Gewichtsklassen, von denen die mittlere für die Eiproduktion und die schwere für die Fleischproduktion ausgewählt werden. Die leichte Linie legt ebenfalls gut; die Leistungsmerkmale sind insgesamt jedoch schwächer. Es werden auch andere Wachtelarten zur Zierde gehalten, dieser Artikel fokussiert sich jedoch auf Japanische Legewachteln.


1.Punkt:Grundbedürfnisse an den Stall erfüllen

Japanische Legewachteln sind gegen Zugluft und hohe Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich. Wenn sie sich zurückziehen können und im Winter einen geschützten und isolierten Bereich vorfinden, dürfen sie im Außenbereich bleiben. Weil die Vögel unentwegt nach Futter scharren, ist eine Haltung in Wohnräumen oder sauberen Bereichen wegen der Staubentwicklung ohnehin fraglich. Außerdem gehört der Auslauf zur artgerechten Haltung dazu. Dennoch fühlen sich Wachteln auch in der Innenhaltung wohl, wenn der Innenraum entsprechend eingerichtet wird.

  • Kombinierte Ställe empfohlen

In der Voliere sollen wenigstens 4, maximal 6 Wachteln pro m² gehalten werden. Wird es kühl, können die Vögel einander wärmen. Bei einer Haltung in geschlossenen Räumen wären eher 3 bis 4 Wachteln pro m² zu wählen. Am besten ist es, die Innen- mit der Außenhaltung zu kombinieren, wenigstens für die warme Jahreszeit. Es kann ein Wachtelstall in die Voliere gestellt oder ein Gehege an den Stall angebaut werden. Als Stall eignen sich einige Kaninchen- oder Hühnerställe, umgebaute Gartenhäuser oder Garagen, modifizierte Geräteschuppen und sonstige Nebengebäude.

  • Mindestanzahl an Hennen

Es sollen mindestens 4 Wachtelhennen gehalten werden, in Großgruppen darf nur ein Hahn auf minimal 3 Hennen kommen. Die Hennen sind ruhiger, wenn es nur ein Hahn auf 6 Hennen wird oder dieser fehlt. Das würde bedeuten, dass ein Wachtelstall wenigstens eine Grundfläche von 1,5 m² haben muss. Die Grundfläche kann durch mehrere Ebenen vergrößert werden.

2.Punkt: Sichere Haltung der Japanischen Legewachtel gewähren

Im Gegensatz zu unseren Haushühnern können Japanische Legewachteln fliegen und unsere europäische Wildwachtel ist sogar ein Zugvogel. Wachteln sind leider ungeschickte Flieger. Wenn sie im niedrigen Stall aufschrecken und abheben, können sie sich schwer verletzen. Im schlimmsten Fall stirbt die Wachtel oder muss getötet werden.

  • Flugverhalten berücksichtigen

Deswegen sollen Wachtelställe bis 50 cm oder über 1,8 m Höhe haben. Außerdem darf ein wetterfestes Dach nicht transparent sein, da Wachteln im Schreckmoment erst recht auffliegen wollen. Wenn die Höhe wenigstens 1,8 Meter aufweist, haben die Wachteln nicht mehr so viel Schwung und verletzen sich seltener. Noch besser wäre es, ein haltbares Tuch unter der Decke zu spannen beziehungsweise mitten in der Fläche gegen ein Durchhängen nach oben zu fixieren. Die Höhe bleibt erhalten und die Wachteln prallen sanft von der Decke ab. Dämmmatten aus Naturstoffen wären ebenfalls eine Option; es darf im Sommer aber nicht längere Zeit über 30° Celsius warm sein.

Stall und Freilauf müssen also nach oben durch eine Decke oder ein Netz dicht gemacht werden. Alles muss so stabil sein, dass eine winterliche Schneelast die Decke oder das Netz nicht eindrücken.

3. Punkt: Fressfeinde der Wachtel abhalten

Weil Japanische Legewachteln eher wehrlos sind, werden sie zur perfekten Beute für kleine Jäger wie das Mauswiesel bis zu größeren Kalibern wie Füchsen. Aber auch Ratten, Katzen und vor allem Habichte werden zur Gefahr.

  • Maschengrösse entscheidend

Wachteln sind klein, vor allem die Jungvögel. Die Maschenweite vom Außengehege darf maximal 30, besser nur bis 20 mm betragen. Geht es jedoch um den Schutz vor Mauswieseln und Schadnagern, darf die Maschenweite maximal 12,5 mm bei einer Maschenstärke von mindestens 1,2 mm betragen. Es wird von einem mardersicheren Volierendraht gesprochen, der zugleich Wetterfest und insgesamt teuer ist. Wer sich das nicht leisten möchte, sollte die Wachteln über Nacht im sicheren Stall unterbringen. Wer Angst hat, dass Ratten sich an einer versteckten Stelle durchnagen, kann an diesen Stellen den mardersicheren Volierendraht auf die Außenwand anbringen.

  • Gesicherter Stall erwünscht

Das nächste Problem wäre das Untertunneln des Außengeheges. Füchse, Ratten und einige andere Tiere graben sich innerhalb von Minuten unter einen Außendraht hindurch. Dieser müsste also wenigstens 20 cm tief in den Boden ragen, wenn nicht mit einem Fundament gearbeitet wird. Hierfür wäre möglicherweise eine Baugenehmigung notwendig. Es wäre aber möglich, die Grundfläche 20 cm auszuheben und etwas über die Randbereiche hinauszugehen. Hier wird ein geeigneter Zaun verlegt. Unter diesem könnten noch Lochsteinplatten liegen, die das Wasser durchlassen und den Halt verbessern. Nun wird der entnommene Boden mitsamt der Grasnarben oder Pflanzen wieder aufgesetzt.  Deutlich günstiger wäre es, die Wachteln über Nacht in den sicheren Stall zu sperren. Eine automatische Hühnerklappe könnte im frühen Morgen öffnen und am Abend nach einer Kontrolle schließen. Wachteln bleiben leider gerne im Außenbereich.

4. Punkt: Die Einrichtung des Wachtelstalls planen

Jeder Wachtelstall soll vier Bereiche aufweisen:

– mehrere mit Zweigen oder Gewächsen geschützte Ruhebereiche mit Legenstern

– Sandbad, welches mit Zweigen (hier keine Nadelhölzer) oder Pflanzen leicht verdeckt wird

– kleiner offener Bereich für etwas Bewegung

– leicht erhöhte Stelle für Wasser- und Futterspender mit separater Stelle für Frischfutter

Selbst Japanische Legewachteln sind schreckhaft, auch wenn sie sich häufig zähmen lassen. Sie benötigen als Bodenbewohner ihre Deckung, um zu entspannen, im Sand zu baden und um anderen Wachteln aus dem Weg zu gehen. Wie bei Hühnern gibt es eine Hackordnung und Antisympathie. Perfekt ist es, wenn jeder Bereich zwei Zugänge hat, damit rangniedere Wachteln kampflos ausweichen können.

Wachteln benötigen keine Sitzstangen. Wenn sie gut legen sollen, muss die Temperatur aber über 10° Celsius bleiben. Außerdem brauchen die Wachtelhennen Tageslicht oder ein nicht zu grelles Kunstlicht mit UV-Anteilen.

  • Keine Rotlichtlampen einsetzen

Es muss immer Bereiche geben, die vor Wind schützen, die relative Luftfeuchtigkeit darf nicht über längere Zeit zu hoch liegen. Dennoch ist im Wachtelstall die Frischluft und damit Lüftung sehr wichtig. Es kann immer ein kleiner Lüfter durchlaufen. Für einen ganz kleinen Stall würde ein PC-Lüfter reichen, sonst ein Badezimmerlüfter. Wegen der Luftfeuchtigkeit soll ein weiterer Badezimmerlüfter angebracht werden, der automatisch nach Bedarf hoch und runter fährt. Im Winter wäre es hilfreich, an einer Stelle ein Heizelement zu integrieren, sollte es zu kalt oder feucht werden. Wegen der empfindlichen Wachtelaugen darf keine Rotlichtlampe oder grelle Lampe gewählt werden, es darf auch kein Gerät mit Gebläse sein.

5. Punkt: Außenhaltung im Winter schützen

Wer seine Wachteln das ganze Jahr im Außenbereich lässt, soll drei Seiten dicht verschließen und möglichst die Seite nach Osten oder Süden offen lassen. Die Westseite gilt als Wetterseite. Im Winter soll auch die offene Seite weitgehend dicht gemacht werden. Als Bauelemente eignen sich Hohlkammerplatten aus Kunststoff, wie sie auch für einige Gewächshäuser verwendet werden. Die Wachteln freuen sich über viele geschützte Verstecke und Ruhebereiche.

  • Ein isolierter Stall ist machbar

Es muss sehr darauf geachtet werden, dass die Tränke nicht einfriert, ein Tränkenwärmer wäre die einfachste Lösung. Wachteln sind kälteresistent, erst bei tiefem Frost müssen Wachteln eine Wärmequelle erhalten. Ein isolierter Stallbereich, der dennoch über eine minimale Lüftung verfügt, reicht im Normalfall. Dieser könnte auf Stelzen stehen, um weniger Grundfläche zu rauben.

6. Punkt: Wachteln immer gut beobachten

Der Halter soll seine Wachteln immer gut beobachten. Wenn diese sich nicht gut entwickeln, in der warmen Zeit wenige Eier legen oder in der kalten Zeit ständig dicht kuscheln, sind das Signale, auf die rechtzeitig zu reagieren ist.

Hier ist der Link zu noch mehr Wissen bezüglich Wachtelhaltung

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